PHS225 Entwicklungsbiologie und Körperachsen

Der Entwicklungsbiologe Ulrich Technau vom Department für Molekulare Evolution und Entwicklung spricht über die Ergebnisse der Forschung mit Seeanemonen und gibt einen Einblick in Arbeitsweisen und Überlegungen der Entwicklungsbiologie auf molekularer Ebene vor dem Hintergrund der Evolution.

Link: “Organisation der Körperachsen“, Pressemitteilung der Uni Wien

PHS207 Seeigel im Meer

phs207Der Paläontologe Andreas Kroh vom Naturhistorischen Museum der Stadt Wien spricht über Seeigel.

Sie werden zu den Stachelhäuter gezählt und stellen eine alte Klasse wirbelloser Tiere dar, die schon im Erdaltertum vor über 400 Millionen Jahren lebten.

Seeigel stehen entwicklungsgeschichtlich an der Grenze zwischen wirbellosen Tieren und Wirbeltieren.

Biologen, Paläontologen, Zellbiologen, Ökologen und Meeresforscher. Viele Wissenschafsgruppen beschäftigen sich mit Seeigel, die für sie einen Modellorganismus bilden. Ihre Eizellen sind sehr transparent und dadurch neugierigen Blicken in frühen Stadien der Zellteilung zugänglich.

Die meisten Arten sind bereits Ende der Permzeit vor 250 Millionen Jahren ausgestorben, sie waren sehr unterschiedlich in ihren Erscheinungen. Aus den wenigen überlebenden Arten sind dann die heutigen Formen entstanden, die daher sehr einheitlich in ihrer Körperform sind.

Die meisten heute lebenden Stachelhäuter haben eine fünfstrahlige Symmetrie, die es außerhalb des Stamms der Stachelhäuter in der Natur nur noch bei Pflanzen gibt. Das machte sie zu begehrten Objekten schon in der Jungsteinzeige für kultische Zwecke.

In den marinen Ökosystemen halten sie auf Riffen das Algenwachstum unter Kontrolle, sie ermöglichen dadurch den Riffen zu wachseln. Zusätzlich produzieren sie kalkhaltige Ausscheidungen die die Riffe festigen.

Foto-Credit: NHM Wien, A. Kroh / A. Schumacher

Interviewpartner:

Dr. Andreas Kroh, Natural History Museum Vienna

Eine gekürzte Fassung dieser Sendung wurde in fünf Teilen vom 10. bis 14. August 2015 im ORF Radioprogramm Österreich 1 – Vom Leben der Natur – ausgestrahlt.

PHS199 Evolution und Mathematik

phs199Wenn ein Mathematiker mit Biologen in der Evolution gemeinsame Forschung betreibt, ergibt das eine spannende Verbindung.

Der Mathematiker und Biologe Joachim Hermisson spricht über Evolution, Bioinformatik und mathematische Modelle der Biologie.

Buchtipp: Hynek Burda, et al.: Humanbiologie, UTB 2014.
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Es ist die – mathematische – Arbeit mit existierenden Theorien im Bereich der Physik, aber eben auch im Bereich der Evolution, die Joachim Hermisson fasziniert.

Gesprächspartner:

Joachim Hermisson
Professor for Mathematics and Biosciences
University of Vienna
Department for Mathematics
http://www.mabs.at

PHS159 Das rotsternige Blaukehlchen

Ausflug in die Welt der Biologie. Statt über “Seltene Erden” (die Physik und Chemie derselben kommen in der nächsten Ausgabe) erzählen wir Ihnen in diesem Monat mehr über “Seltene Vögel”. Eine Exkursion – die Physikalische Soiree außerhalb der eigenen Grenzen.

Blaukehlchen sind Zugvögel, die in geringer Zahl auch in Österreich den Sommer über leben. Die bekannteste Unterart ist das rotsternige Blaukehlchen. Das Männchen hat eine schillernd blaue Kehle mit einem roten Fleck darin. Aufgrund seiner versteckten, heimlichen Lebensweise ist das rotsternige Blaukehlchen kaum zu sehen. Ob es deswegen erst 1975 in Österreich entdeckt wurde, oder ob es vorher auf seinem Vogelzug bei uns nicht Halt machte, ist noch unbekannt.

Rotsternige Blaukehlchen sind begabte Stimmenimitatoren – balzende Männchen ahmen den Gesang anderer Vogelarten nach. Aber auch die Umgebung wird mit einbezogen: beispielsweise Fahrradklingeln oder Baustellenlärm.

Das rotsternige Blaukehlchen steht in Österreich unter strengem Naturschutz. Es ist eine sogenannte “flagship species”: Das Auftreten von Blaukehlchen erleichtert den Schutz des umgebenden Lebensraumes, wovon sämtliche andere Tiere und Pflanzen der Region profitieren.

Zu Gast: Ingrid Kohl, wissenschaftliche Mitarbeit im Wildnisgebiet Dürrenstein.

Links: www.blaukehlchen.at, www.wildnisgebiet.at