# 116 – Vom Wert der Bildung
Bildungsökonomie liefert die Zahlen für die Entwicklung des Bildungswesens. Was einfach klingt, hat seine Tücken. Lorenz Lassnig vom Institut für Höhere Studien in Wien gibt uns eine Einführung in die Grundlagen einer neuen Wissenschaft.
# 115 – Albert Einstein, unbekannter Erfinder
Albert Einstein gilt als Theoretiker, der Raum, Zeit, Schwerkraft und Quantenphänomene vorwiegend gedanklich erforschte. Weniger bekannt ist die experimentelle Seite Einsteins. Er baute viele experimentelle Geräte unter anderem das von ihm so genannte „Maschinchen“, mit dem er geringe Spannungen von 0,0005 Volt messen konnte.
Heute arbeiten zwei Wissenschaftler vom Wissenschaftsmuseum der Universität Ghent (Belgien) an Computersimulationen, wie genau Einsteins „Maschinchen“ funktionierte. Danny Segers und Jos Uyttenhove versuchen damit, eine Nachbildung davon herzustellen.
Wissenschaftler oder Lehrer?
Creative researchers tend to be ambitious, enduring, seek definiteness, dominating, leaders, aggressive, independent, non-meek and non-supportive.
In contrast, the effective teacher is best described as liberal, sociable, leaders, extroverted, calm, objective, supporting, non-authoritarian, non-defensive, intelligent and aesthetically sensitive.
Quelle: Chris Jackson, ”How personality profiling can change your life,” Physics World 7(4), 101-103 (1994).
Kinderuni Steyr: Hörspiele mit VolksschülerInnen
Während die Mädchen nach 20 Minuten schon fast mit ihrem Manuskript fertig waren, weil sie sich einfach hinsetzten und losfantasierten, stritten die Buben noch immer, wer Chef ist. Nach weiteren 20 Minuten sah die Sache schon anders aus, und am Schluss hatten sie alle ihr Ergebnis. Bei einem Hörspiel-Workshop an der Kinderuni Steyr entstanden diese herrliche Eindrücke über die Unterschiedlichkeiten der Geschlechter schon in jungen Jahren. Woher, warum, und was lässt sich daraus lernen?
Hier sind die Hörspiele zum Anhören:
[audio:http://1476.orf.at/radiomacher/soiree/audiolb/hoerspiele_2006_buben.mp3]
Bubengruppe: Florian, Lukka, Benjamin, Silvester
[audio:http://1476.orf.at/radiomacher/soiree/audiolb/hoerspiele_2006_maedchen_1.mp3]
1. Mädchengruppe: Laura, Helene, Ella, Kathrin
[audio:http://1476.orf.at/radiomacher/soiree/audiolb/hoerspiele_2006_maedchen_2.mp3]
2. Mädchengruppe: Viktoria, Anna
(c) Lothar Bodingbauer und beteiligte Kinder
# 114 – Werner Gruber: Physik für den Alltag
Was hält die Welt zusammen? Wie entsteht ein Gedanke? Hat der Tormann eine Chance beim Elfmeter? Wie baut man den perfekten Papierflieger? Was passiert beim Kuscheln? Wann heisst es „Kampf dem Gulasch“? Was ist eine Opferwurst? Wie entschärft man selbst eine Bombe? Was tun, wenn Außerirdische im Garten landen?
Bei Werner Gruber fängt Physik dort an, wo sie für andere aufhört. Dabei müssen Sie nicht erst eine Rasierklinge verschlucken oder ein Überlebenstraining in der Wüste buchen, um Physik hautnah zu erleben. Sie haben ständig mit ihr zu tun: Sie rühren in Ihrem Milchkaffee und wundern sich, dass er Schaum schlägt? Sie denken angesichts Ihrer unaufgeräumten Wohnung an die Chaostheorie, und seit dem letzten Horrorfilm beschäftigt Sie die Frage, wie Sie sich bei einem Flugzeugabsturz richtig verhalten sollen und einen Absturz aus 6000 Meter Höhe ohne Fallschirm überleben.Alles ist Physik! Es warten erstaunliche Phänomene aus Alltags- und Extremsituationen, werden Entdeckungsreisen in der Welt der Physik unternommen, Tipps für den Alltag gegeben und so manch verblüffendes Rätsel der Naturwissenschaft entschlüsselt. Spannend, interessant, faszinierend und auf alle Fälle hilfreich. Physik mit Augenzwinkern profund erklärt. Unglaublich einfach, einfach unglaublich.
# 113 – Alfred North Whithead

(c) LB / Whitehead Konferenz 2006 in Salzburg
Der Mathematiker, Logiker, Physiker und Philosoph Alfred North Whitehead hat 1929 mit seinem Opus Magnum “Process and Reality” einen philosophischen Ansatz vorgelegt, der sich durch eine besondere Eignung zur interdisziplinär angelegten Forschung auszeichnet.
Kann die Prozessphilosophie Whiteheads die Dynamik derzeit getrennter wissenschaftlicher Felder der Gegenwart vereinen? Eine Sendung anlässlich der 6. Internationalen Whitehead-Konferenz (3. bis 6. Juli) in Salzburg.
Autor: Lothar Bodingbauer
Erstausstrahlung: ORF Programm Österreich 1 – Dimensionen
Nikola Tesla – Blitzgescheit
Der phantastische Erfinder Nikola Tesla wurde vor 150 Jahren geboren. Von vibrierenden Platten, freier Energie aus dem Weltall und der Geburt des Wechselstromes erzählt Lothar Bodingbauer.*
“Nicht öffnen, Gefahr”. Als die Freunde Nikola Teslas eine Schachtel mit dieser Aufschrift im Tresor des Erfinders fanden, zögerten sie keine Sekunde, die Warnung ernst zu nehmen. Tesla war eben erst 86-jährig verstorben, und die Geschichten rund um seine Erfindungen und Ideen waren hinlänglich bekannt, so dass die Freunde vorerst die neugierigen Finger von der Schachtel ließen. Man weiß ja nie.
Nikola Tesla, was für ein Erfinder! Der aus Serbien und dem damaligen Österreich ausgewanderte Elektrotechniker entwickelte ein elektrisches Gerät, das enorme Funken in die Luft schleudert, ohne einen daneben stehenden Menschen zu töten. Wechselstrom lautet das Zauberwort, das Gerät heißt Tesla-Spule und sie erzeugt Wechselströme mit hoher Frequenz. Es hat dabei geblitzt, geraucht, gefunkt. Tesla verschwand in einem elektrischen Flammenmeer und entstieg demselben wieder, unverletzt. Beeindruckend, aber mit dicken Korksohlen an den Schuhen ziemlich ungefährlich.
Ohne Zweifel: Nikola Tesla sorgte für Aufsehen. Als er 1884 nach Amerika auswanderte, konnte er zunächst in der Werkstatt von Thomas Alva Edison arbeiten, dem Erfinder der Glühbirne. Tesla sollte für Edison Motoren reparieren und verbessern sowie Generatoren herstellen, die Gleichstrom erzeugten, also Strom, der immer in eine Richtung fließt. Doch der umtriebige Tesla experimentierte stattdessen an Wechselstromgeräten, bei denen der Strom ständig die Richtung ändert. Das scheint ein kleines Detail zu sein, aber die ganze Versorgung elektrischer Energie ist mit Wechselstrom einfacher und verlustfreier zu handhaben. Dementsprechend sauer waren Edisons Geldgeber, die die Versorgung Amerikas mit Gleichstrom geplant hatten. Sie blieben auf ihren Investitionen sitzen und setzten dafür ein Gerücht in die Welt – der Elektrische Strom werde mit Wechselstrom betrieben – was auch stimmte. Das zeige doch, wie gefährlich Wechselstrom wäre! Erfolglos. Tesla führte das Wechselstromsystem in Amerika und in der ganzen Welt ein. Bis heute sein größter Verdienst.
Denn alles Weitere ist Phantasie! Tesla wollte Energie funken – eine seiner größten Ideen, die nur einen Haken hat: sie funktioniert nicht. Man kann zwar mit Radiowellen Informationen übertragen, aber große Mengen an Energie? Dazu reichen einfache Radiowellen nicht aus. Tesla hat auch angeblich eine vibrierende Platte konstruiert, die Gebäude zum Einsturz bringen könnte. Dass sie einer Person, die auf der vibrierenden Platte stand, plötzlich zu Durchfall verhalf, bleibt ebenso ein Gerücht.. Und die Idee der “Freie Energie”, die Tesla aus dem Weltraum beziehen wollte und zwar kostenlos? Auch so eine Geschichte, die nicht funktionierte, und wohl auch nie funktionieren wird.
Nikola Tesla war ein so genannter „Altösterreicher“. Er wurde 1856 auf dem Gebiet der österreichisch-ungarischen Monarchie geboren, In Smiljan, im heutigen Kroatien. Er studierte in Graz und später auch in Prag. Er blieb aber hier wie dort ohne vernünftigen Abschluss, trotzdem war er ein ungemein begabter und guter Experimentator. Deshalb wurde er auch in Amerika mit offenen Armen aufgenommen, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, zu einer Zeit, als die Welt im Elektrizitätstaumel, im Aufbruch war. Wir schreiben das Jahr 1880. Die Erfindungen der Elektrizität waren neu, man ging am Abend nicht ins Kino, sondern in Elektrisiersalons, um sich elektrisieren zu lassen, so spannend war das alles. Von den Gefahren hatte man oft wenig Ahnung.
Als auf der Weltausstellung 1893 in Chicago die Beleuchtung mit Wechselstrom bewerkstelligt wurde, war das ein wichtiger Durchbruch für Nikola Tesla. Das war übrigens jene Weltausstellung, bei der auch das erste Riesenrad vorgestellt wurde.
Tesla arbeitete wie ein Pferd. Er kümmerte sich um die Tauben in New York mehr als um seine Mitmenschen, schreiben die Biographen. Tesla schlief kaum und benahm sich alles in allem ziemlich eigenartig. Er ließ sich mit seinen riesigen Funken fotografieren, und war aber darüber hinaus doch so seriös, dass sich auch heute noch die Elektrotechniker der Universitäten mit Teslas elektrischen Erfindungen beschäftigen.
Tesla sagte, er hätte Ideen, Roboter per Funk fernzusteuern, ein Verteidigungssystem für Amerika könnte er herstellen, mit noch nie da gewesenen Todesstrahlen. Tesla formuliert erste Ideen für Laser, er entwickelt auch eine Tesla-Turbine, die es heute wirklich gibt sowie Geräte für Heilbehandlungen – zur Erwärmung tiefer liegender Gewebeschichten. Auch diese Geräte werden heute noch verwendet, in Kuranstalten wie Bad Schallerbach zum Beispiel.
Neben Elektrotechnikern der Universitäten beschäftigen sich heute auch Esoteriker gerne mit Tesla. Für einige von ihnen ist Tesla ein Mann, der von der Venus zur Erde kam, um sie zu retten. Hobbyelektrotechniker bauen seine Erfindungen nach, um mit heutigen Materialien noch wildere Ergebnisse zu produzieren. Gefährlich ist das, wirklich! Dann wird zu seinen Ehren eine physikalische Einheit zur Stärke magnetischer Felder nach ihm benannt. Und noch eine Gruppe von Menschen begeistert sich für Nikola Tesla: Leute aus dem ehemaligen Jugoslawien, für sie ist ihr Landsmann das Paradebeispiel des erfolgreichen Auswanderers.
Dessen Ruhm bis ins 21. Jahrhundert strahlt. Denn dieser Tage wurde in den USA das „Tesla Auto“ vorgestellt: ein elektrisch betriebener Sportwagen, der von 0 auf 100 Kilometer die Stunde in nur vier Sekunden beschleunigt und mit Strom aus der Steckdose fährt. Das hat zwar mit Nikola Tesla nichts zu tun, doch steht sein Name für Elektrizität und Begeisterung und sorgt so für genügend Publicity. Gerade in unserer Zeit, in der Elektroautos a la longue die benzin- und dieselgetriebenen Autos ablösen werden.
Als bei Teslas Freunden schließlich doch die Neugier über die Vorsicht siegte und sie die Schachtel aus Teslas Tresor öffneten, enthielt sie nur ein paar belanglose Papiere. Teslas letzter Aufreger war verpufft. Seine Asche wurde nach Belgrad gebracht, wo das Tesla-Museum über die phantastischen und wirklichen Erfindungen jenes Mannes erzählt, der uns bis heute immer wieder aufs Neue in seinen Bann zieht.
* Der Autor ist Redakteur bei Ö1, Physiklehrer in Wien und Buchautor.
Erschienen in SCIQ
# 112 – Nikola Tesla, Genie oder Scharlatan?
Zum 150. Geburstag des Erfinders.
Nikola Tesla (1856-1943) gilt als Wegbereiter des Wechselstromsystems. Andere angebliche Erfindungen sind Humbug und Phantasiererei. Portrait einer umstrittenen Forscherpersönlichkeit.
Es ist erstaunlich, mit welcher Beharrlichkeit Biographen und selbst ernannte geistige Erben Nikola Tesla als verkanntes Genie propagieren.
Tesla-Gesellschaften arbeiten an einem Beweis für das Konzept der “Freien Energie”, ohne Forschungsgelder und außerhalb der Wissenschaftsgemeinde. Zwischen Scharlatanerie und wissenschaftlich gesicherten Errungenschaften Teslas zu unterscheiden, ist schwierig, hat doch die Tesla-Spule, mit der für Menschen unschädliche hochfrequente Wechselströme erzeugt werden, hohes Lob der Physiker eingetragen.
Teslas Arbeiten und Erfindungen mit Generatoren und Motoren halfen auch maßgeblich mit, weltweit den Wechselstrom gegenüber der Stromversorgung mit Gleichstrom durchzusetzen. Um 1900 war der Erfinder Nikola Tesla vom Glück wenig begünstigt: In seinem Labor wütete ein Brand und nahezu jedes größere Projekt musste aus Geldmangel abgebrochen werden, bevor nennenswerte Ergebnisse vorlagen. Bei den meisten Patentanmeldungen wurde er von seinen Kollegen überholt.
In den Augen seiner Kritiker war er vor allem eines: ein Scharlatan. Tesla habe behauptet, geheimnisvolle Todesstrahlen erfunden zu haben, mit Hilfe eines kleinen vibrierenden Gerätes Gebäude zum Einsturz bringen zu können, Energie zu funken, es gäbe “Freie Energie” in der Atmosphäre, die man nur auf die richtige Weisen nutzbar machen müssen. Wie konnte es zur Bildung der Tesla – Legenden kommen?
Die Radiosendung zeichnet ein Bild des widersprüchlichen Erfinders, vor dem Hintergrund des Konflikts zwischen allgemein anerkannter Wissenschaft und dem Tesla – Kult, dessen phantastische Bücher in regelmäßigen Abständen die vorderen Regale der Buchhandlungen erreichen.
Link: Tesla Museum Belgrad
Autor: Lothar Bodingbauer
Erstausstrahlung: ORF Programm Österreich 1 – Dimensionen
Ankündigung: Kinderuni Steyr
Kinder Uni Steyr: Vorlesung – Medienkunde
Ich traue meinen Ohren
Wie wir die Welt hören
Lothar Bodingbauer, ORF/Ö1
Der wichtigste Sinn des Menschen sind die Augen. Erst was wir gesehen haben, glauben wir. Unsere Ohren erzählen uns jedoch noch viel mehr von dieser Welt! Hörst du die Wale, wie sie singen? Hörst du das Klappern der Maschinen? Hörst du die Menschen, wie sie sich freuen? Wir beschäftigen uns in dieser Vorlesung, warum und was wir hören können – und warum wir manchmal einfach nicht mehr zuhören wollen.
30.08.2006, 10:15 – 11:15 Uhr
Link: www.kinderunisteyr.at
# 111 – Nordlichtern auf der Spur
Physik in Lappland. Nordlicht, Klimawandel und die Physik der Kälte und Finsternis: Der hohe Norden ist für Physiker ein ganz besonders spannendes Gebiet. Den Nordlichtern auf der Spur verfolgen die Wissenschaftler mit Radaranlagen und Messraketen Erscheinungen der hohen Atmosphäre. Sie studieren das Magnetfeld im Norden Finnlands und beschäftigen sich nebenbei noch mit den Auswirkungen extremer Kälte auf den Menschen.
Autor: Lothar Bodingbauer
Erstausstrahlung: ORF Programm Österreich 1 – Dimensionen
Links:
Sprites
Geophysikalisches Institut Sodankylä
Meteorologisches Institut Sodankylä



